Letzte Woche war es endlich so weit. Ich wollte die letzten Spätsommertage am Attersee in Oberösterreich verbringen, in der Sonne liegen, die Seele baumeln lassen und natürlich angeln. Der Attersee ist mit einer Fläche von ca. 46 km 2 und einer Länge von 19,5 km der größte Binnensee Österreichs. Die maximale Tiefe beträgt 171 m.
Die Fischerei am Attersee ist sehr vielseitig und reicht vom klassischen Friedfischangeln in den Uferregionen bis zum Schleppfischen auf Hecht und Seeforelle. Eine große Bedeutung bei den Einheimischen hat unter anderem die Hegenenangelei auf Reinanken.

Ich wollte mich dieses mal ganz auf das Hechtfischen konzentrieren. Mit der Spinnrute konnte ich vom Ufer aus bereits einige kleinere Hechte (40-60 cm) überlisten, größere Exemplare blieben aber leider aus. Um den größeren Freiwasserhechten nachstellen zu können musste ich also hinaus auf den See.
Einheimische Schleppfischer fischen hauptsächlich mit Köderfisch am System und den für das Seengebiet typischen Perlmutblinkern. Da ich es auf die großen Renkenhechte in der Seemitte abgesehen hatte schien mir eine Reinanken-Imitation in Form eines 23 cm langen Gummifisches (weiß/glitter) für nahe liegend. Einige Schleppprofis verwenden Vorfächer mit drei bis vier Metern Länge (beim Fischen mit Perlmutblinkern und Schleppblei macht das auch Sinn um die Laufeigenschaften des Blinkers nicht zu beeinträchtigen). Meiner Meinung nach ist beim Schleppfischen mit Gummifisch eine Vorfachlänge von 1,5 m vollkommen ausreichend. Wobei Hardmono als Vorfachmaterial auf Grund der klaren Sicht in Bergseen vorzuziehen ist. Bei den Schleppschnüren geht der Trend eindeutig in Richtung geflochtener Schnüre. Diese bieten zwei Vorteile. Durch die geringe Dehnung ist ein sicherer Anschlag gewährleistet, außerdem lassen sich geflochtene Schnüre leichter Markieren um die optimale Schlepplänge zu bestimmen. Eines gleich vorweg: Die optimale Schlepplänge gibt es nicht.

Ein paar grundlegende Dinge sollte man aber doch beachten. Grundsätzlich gilt: lieber zu hoch schleppen als zu tief! Da Hechte fast ausschließlich nach oben orientiert rauben, sehen sie zu tief geschleppte Köder oft gar nicht. In den frühen Morgenstunden und am Abend rauben die Hechte oberflächennah. Eine Schlepptiefe zwischen 2-3 m ist jetzt optimal. Jetzt sollte man, auch um die Scheuchwirkung des Bootes zu reduzieren, eher mehr Schnur rauslassen. 50 Meter Schnur sind in den meisten Situationen ausreichend. Während des Tages kann man seine Köder ruhig in tieferen Wasserschichten (6-10 m) anbieten. Um meine Gummifische auf die nötige Tiefe zu bringen verwende ich Jigköpfe zwischen 45 – 85 Gramm, zusätzlich statte ich meine Gummifische mit zwei Angstdrillingen aus. Es gibt aber auch vorgefertigte Systeme zum Schleppen mit Gummifischen wie zum Beispiel das Aso G System.
Der größte Hecht diese Woche hatte bei einer Länge von 93 cm immerhin ein Gewicht von 7,5 kg.
October 13th, 2009 at 8:46 am
hallo
hast du es auf dem attersee auch mit e-motor probiert? oder beinhart gerudert?
l.g
October 13th, 2009 at 10:25 am
Das Schleppfischen mit E-Motor ist am Attersee verboten. Du kannst zwar mit dem E-Motor in die Mitte des Sees hinaus fahren, dann aber heißt es rudern. Meiner Meinung nach ist das auch gut so. Wenn du nach drei bis vier Stunden Rudern deinen lang ersehnten Biss bekommst hast du dir deinen Fisch auch ehrlich verdient und ein bisschen körperliche Betätigung hat noch keinem geschadet